
von Walter R. Borneman, Ludwig Rellstab u. a.
Ludwig Rellstabs 1812 entfaltet vor dem Hintergrund des napoleonischen Russlandfeldzuges ein historisches Panorama, in dem militärische Katastrophe, nationale Erschütterung und individuelle Bewährungsproben ineinandergreifen. Der Text verbindet dokumentarisch anmutende Kriegsschilderung mit empfindsamer Figurenzeichnung und steht damit im Übergang von spätromantischer Geschichtserzählung zu jener politisch wachen Prosa, die den Vormärz vorbereitet. Rellstab interessiert weniger die bloße Schlachtchronik als die moralische Deutung eines europäischen Wendepunktes. Der Berliner Schriftsteller, Kritiker und Dichter Ludwig Rellstab (1799-1860) war durch seine Herkunft aus einem musikalisch-literarischen Elternhaus, seine militärische Ausbildung und seine publizistische Tätigkeit besonders befähigt, Geschichte als Zusammenspiel von öffentlichem Ereignis und innerer Erfahrung zu gestalten. Seine Nähe zur preußischen Erinnerungskultur der Befreiungskriege erklärt den Ernst, mit dem 1812 Fragen von Pflicht, Opfer, Vaterland und historischer Verantwortung verhandelt. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Literatur nicht als bloße Rekonstruktion, sondern als Reflexion über Macht, Leid und nationale Selbstdeutung verstehen. 1812 bietet einen konzentrierten Zugang zu Rellstabs erzählerischem Können und zur politischen Imagination des 19. Jahrhunderts.
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Maße: 22.9 x15.2 x3.1 cm
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