
von Felix Arman
Er kam, um einen Vergaser reparieren zu lassen. Tobias Müller ging mit einem Termin für nach Einbruch der Dunkelheitund keiner Ahnung, was er gerade zugestimmt hatte. Der Pfarrerssohn hat ein Geheimnis. Unter den langen Ärmeln, unter der sorgfältigen Höflichkeit, unter fünf Jahren Schuld und Gebetvolle Tattoo-Ärmel, ein Bruststück, ein Rücken im Entstehen. Jede Nadelsitzung eine Strafe für Gedanken, die er nicht stoppen konnte. Dafür, schwul zu sein in einem Dorf, wo das Wort seines Vaters Gottes Wort ist. Dafür, etwas so sehr zu wollen, dass er es sich in die Haut geritzt hatnur um es zu fühlen, nur um dafür zu leiden, nur um zu überleben. Dom Steiner ist vierundvierzig, über und über tätowiert, und hat ein Jahrzehnt damit verbracht, ein ruhiger Mann zu werden. Fünfzehn Jahre in einem Motorradclub haben Spuren hinterlassen, die sich nicht abwaschen lassen. Er weiß, was Gewalt kostet. Er weiß, was Einsamkeit kostet. Er kommt mit beidem zurecht. Er repariert Motoren, tätowiert an Wochenenden, spricht mit niemanden, der nicht durch seine Tür kommt. Als der Junge mit den zu langen Ärmeln ein stotterndes Motorrad auf sein Grundstück schiebt, erkennt Dom ihn in dreißig Sekunden: unterdrückt, hungrig, sich selbst gegenüber verängstigt. Nicht mein Problem, denkt er. Dann rutscht der Ärmel hoch, und Dom sieht die Tattoos. Dann sagt Dom: Komm heute Nacht zurück. Was in den nächsten zwei Wochen passiert, ist keine Verderbnisnicht genau. Es ist Ausgrabung. Dom macht Tobias nicht zu etwas Neuem. Er findet, was bereits da ist: den Mann, der sich jahrelang heimlich markiert hat, der genau wusste, was er wollte, und es Sünde nannte, weil niemand ihm je ein anderes Wort dafür beigebracht hat. Die Motorradwerkstatt wird zum Beichtstuhl. Der Tattoo-Stuhl wird zum Altar. Dom wird der erste Mensch, der all von Tobias' Scham ansieht und sie schön nennt. Tobias hört auf zu zucken. Beginnt stattdessen zu brennen. Aber das Dorf ist klein. Der Pfarrer hat einen langen Arm. Und Tobias, der sein ganzes Leben lang versteckt war, wird gleich sehr sichtbar werdenmit Halsband, beansprucht, und zu weit gegangen, um sich noch zu kümmern. Ink and Iron ist Buch 9 der Mountain Daddy Serie eigenständige MM-Liebesgeschichte mit Altersunterschied und garantiertem Happy End. Expliziter Inhalt: Daddy Kink, Corruption-Arc, Schmerzspiele, religiöse Schuld, erstes Mal, Leder, und ein Tätowierer mit sehr genauen Vorstellungen davon, was auf Tobias' Haut gehört. Altersunterschied 44/23. Diese Bergmänner machen es nicht sanft. Kann in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.
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