
von Rudolf Hamerling, Carl Schroeder u. a.
Robert Hamerlings "Aspasia" entfaltet in kunstvoll rhythmisierter Prosa beziehungsweise episch gehobener Verssprache ein Panorama des perikleischen Athen, in dessen Mittelpunkt die Milesierin Aspasia als geistig und erotisch faszinierende Gestalt steht. Das Werk verbindet kulturhistorische Imagination mit philosophischer Reflexion: Politik, Kunst, Rhetorik und Liebe erscheinen als Kräfte einer glanzvollen, aber gefährdeten klassischen Welt. Im Kontext des deutschsprachigen Historismus des 19. Jahrhunderts ist "Aspasia" weniger bloße Antikenrekonstruktion als poetische Deutung eines Zeitalters, das Schönheit und Macht, Bildung und Verfall miteinander verschränkt. Robert Hamerling (1830-1889), österreichischer Dichter und Gymnasiallehrer, war tief von klassischer Bildung, idealistischer Ästhetik und den geistigen Spannungen seiner Zeit geprägt. Seine Beschäftigung mit Antike und Renaissance entsprang dem Wunsch, große Kulturmomente dichterisch zu erneuern und zugleich moderne Fragen nach Individualität, Sinnlichkeit und geistiger Freiheit zu verhandeln. Aspasia bot ihm dafür eine ideale Projektionsfigur: eine Frau zwischen Mythos, Geschichte und intellektueller Selbstbehauptung. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die historische Dichtung nicht als antiquarisches Ornament, sondern als anspruchsvolle Gedankenform schätzen. "Aspasia" belohnt Aufmerksamkeit mit sprachlicher Fülle, ideengeschichtlicher Tiefe und einem vielschichtigen Bild der griechischen Klassik.
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Maße: 1.7 x15.2 x22.9 cm
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