
von Mark Häberlein
Die Publikationsreihe des Instituts für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg versammelt Beiträge aus verschiedenen im weiteren Sinne kulturhistorisch arbeitenden Fachdisziplinen. Ausgerichtet auf das komplexe Verhältnis zwischen lokalen Praktiken und ihren Quellen einerseits und großräumig, global wirksamen Zusammenhängen andererseits, enthält die Reihe Monographien, Sammelbände und Quelleneditionen zur Kulturgeschichte der europäischen Vormoderne, ihrer antiken und mittelalterlichen Voraussetzungen sowie ihrer in die Moderne hineinreichenden Aus- und Nachwirkungen. Dabei wird Wert gelegt auf komparatistische oder verflechtungsgeschichtliche Perspektiven. Neben Themen zur Informations- und Wissensgeschichte, Medien- und Kommunikationsgeschichte sowie historischen Netzwerkforschung geht es um Fragen der europäischen Erinnerungskulturen, der Herausbildung kollektiver Identitäten und der politischen Kulturen.,In den Bibliotheken, Archiven und Sammlungen der ehemaligen Reichsstadt und der Region Augsburg hat sich ein nahezu einmaliger mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Quellenbestand erhalten. Um seine Erschließung und Erforschung unter europäischen Perspektiven zu ermöglichen und zu beschleunigen, wurde 1990 das Institut für Europäische Kulturgeschichte an der Universität Augsburg gegründet. Seine Forschungsarbeit trägt dazu bei, die kulturgeschichtliche Leistung eines der wichtigsten Zentren des Alten Reiches inmitten einer europäischen Entwicklungsregion ersten Ranges zu rekonstruieren und in der Wechselwirkung mit anderen Zentren zu bestimmen. Bereits in den frühen Tätigkeitsjahren des Instituts erwies sich der gewählte Ansatz, Phänomene der europäischen Kulturgeschichte im regionalen Kontext und regionale Erscheinungsformen europäischer Kultur in der überregionalen Perspektive zu untersuchen, als außerordentlich fruchtbar. Eine noch höhere Ertragsfähigkeit zeichnet sich ab, seit die beteiligten namhaften Gelehrten verschiedenster kulturwissenschaftlicher Disziplinen ein Forschungsprogramm entwickelt haben, dem sich alle Einzelforschungen mehr oder weniger direkt zuordnen. Im Zentrum steht dabei die systematische Erschließung der Wissens- und Medienfelder, die den Gang der europäischen Kultur und Geschichte in besonderem Maße bestimmt haben. Die Reihe "Colloquia Augustana" bietet dementsprechend einen dreifachen Erkenntnisgewinn. Sie informiert erstens über die Ergebnisse quellenexplorativer Studien, die im Umkreis des Instituts entstanden und wertvolle Hinweise auf die vielfältigen und umfassenden Augsburger Materialien vermitteln. Zweitens gewährt sie Einblicke in die theoretisch-methodische, an der interdisziplinären und international kulturhistorischen Diskussion orientierte Institutsarbeit. Und drittens dokumentiert sie in Form von Sammelbänden und Monographien neueste Forschungsergebnisse, die in Anwendung der Augsburger Konzeptionen und Methoden aus regionalen und überregionalen Textbeständen erarbeitet worden sind.,The book series of the Institut für Europäische Kulturgeschichte (Institute of European Cultural History) in Augsburg collects contributions to the cultural history of European premodernity, its ancient and medieval prerequisites, and its consequences and continuities reaching into modernity. In addition to topics such as information, knowledge, media and communication, and historical network research, it covers questions of European cultures of remembrance and collective identities.
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