
Zum 100. Geburtstag von Ivan Illich am 4. September 2026 widmet sich das vorliegende Heft dem Werk dieses faszinierenden und unkonventionellen Denkers. Angesichts der dystopischen Erfahrungen der Gegenwart – einer Zeit, in der die Gewalt einer kolonialen und technokratischen Moderne menschliches Zusammenleben, ja sogar die Grundlagen des Lebens selbst bedroht – scheint Illichs Denken relevanter denn je. Sein Werk kann eine Gegenbewegung anstoßen, die sich der Würde des alltäglichen Lebens zuwendet und einer impliziten politischen Theologie der Inkarnation und Gastfreundschaft folgt. Illichs zentrale Erkenntnis, dass das Schlimmste aus der Korruption des Besten entspringt, zeigt sich in seiner Kritik an der bloß instrumentellen Rationalität und an dem Systemdenken der Moderne, welches er als eine Verkehrung der christlichen Botschaft deutet, die im kirchlichen Bemühen um eine institutionelle Absicherung des Evangeliums angelegt ist. Die erforderliche Gegenbewegung zeichnet sich durch Selbstbegrenzung, die Hinwendung zum konkreten Leben in menschlicher Begegnung, die Kultivierung einer lebensdienlichen, „konvivialen“ Technik und die Praxis der Gastfreundschaft aus, um die Kompetenz über das eigene Leben wiederzugewinnen.
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Maße: 20.5 x14.5 x0.8 cm
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