
von Markus Müller
Die Arbeit untersucht das Betreuungsverfahren anhand der Verfahrensakten eines großstädtischen Amtsgerichts. Als Leitfaden diente der Ablauf des Verfahrens im FamFG. Die Ergebnisse zeigen z.T. erhebliche Unterschiede zwischen Praxis und geltendem Recht sowie bestehender Rechtsprechung. Viele Verfahren weisen Mängel oder kritikwürdige Verfahrensschritte auf. Dies betrifft den späten Zeitpunkt der Anhörung der Betroffenen, das praktisch völlige Fehlen von Verfahrenspflegern, die Qualität der Gutachten, die fehlende Nennung eines Eingangskriteriums nach 1896 BGB, den Verzicht auf eine Schweigepflichtentbindung, den meist nur formelhaften Beschluss, die oft große Anzahl an formelhaften und nicht genau bezeichneten Aufgabenkreisen und die lange Dauer der Betreuungen. Zudem zeigt sich eine erhebliche Passivität der Betroffenen im Verfahren selbst. Daraus wird die Notwendigkeit besserer Information aller Verfahrensbeteiligten und weiterer Forschung abgeleitet.
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