
von Winfried Romberg
Der Band stellt in entwicklungsgeschichtlicher und historisch-statistischer Perspektive den Werdegang des Bistums und Hochstifts Würzburg in der Frühneuzeit dar. Schwerpunkte der vertieft handbuchartigen Bearbeitung liegen auf den verfassungsgeschichtlichen Wandlungen seit dem Ende des Mittelalters. Zudem wird die Einbindung der geistlichen Landesherrschaft in die höheren Bezugsebenen von Papsttum und Metropolit sowie des Reichs untersucht. Hinsichtlich der Bistumsangelegenheiten geht es um Klöster und Stifte sowie das Pfarrwesen. Die Amtsführung des Bistums wird anhand der Institutionen der Weihbischöfe, des Offizialats und des Generalvikariats sowie der Verfügungen zu Diözesansynoden, geistlicher Visitation und zur Priesterbildung behandelt. Bezüglich der politisch-administrativen Entwicklung gilt das Augenmerk der landständischen Verfassung, der weltlichen Gerichtsbarkeit, den Regierungsbehörden von Hofkanzlei und Geheimem Kabinett sowie den Landämtern. Nachgezeichnet werden das Finanz-, Polizei-, Spital-, Bildungs- und Militärwesen, die Bedeutung von Hauptstadt und Landstädten, die evangelischen Gemeinden und die Situation der jüdischen Bevölkerung. Gleichfalls werden singuläre Sonderphänomene betrachtet, wie das 1576 gegründete, landesweit zuständige Juliusspital und das um 1700 entstandene Emeritenheim für Ruhestandspfarrer. Der Band liefert einen Beitrag zum Verständnis eines überaus differenzierten geistlichen Staatswesens mittlerer Größe, das durch seine zentrale Lage immer wieder reichspolitische Bedeutung erlangte.
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