
von Dennis Holme, Emil Zola u. a.
Das Geld, 1891 erschienen, gehört zu Émile Zolas großem Romanzyklus Die Rougon-Macquart und seziert die spekulative Finanzwelt des Zweiten Kaiserreichs. Im Mittelpunkt steht Aristide Saccard, dessen Bankgründung, Börsenmanipulationen und imperialen Fantasien eine Gesellschaft entlarven, in der Kredit, Glaube und Gier ununterscheidbar werden. Zolas naturalistischer Stil verbindet dokumentarische Genauigkeit mit dramatischer Wucht; die Pariser Börse erscheint als moderner Tempel, Labor und Schlachtfeld zugleich. Zola, 1840 geboren und als führender Vertreter des Naturalismus bekannt, verstand den Roman als soziale Untersuchung. Seine journalistische Erfahrung, sein Interesse an Vererbung, Milieu und Machtstrukturen sowie die ökonomischen Umbrüche des 19. Jahrhunderts prägten dieses Werk. Nach intensiven Recherchen über Bankwesen und Spekulation gestaltete er Saccard nicht nur als Schurken, sondern als Symptom einer Epoche, die Fortschritt mit Kapitalvermehrung verwechselt. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Literatur als Erkenntnisinstrument schätzen. Das Geld ist zugleich historischer Roman, Wirtschaftsanalyse und moralische Tragödie. Wer die Mechanismen moderner Finanzmärkte verstehen will, findet hier ein erstaunlich aktuelles, sprachmächtiges und intellektuell herausforderndes Meisterwerk.
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Maße: 22.9 x15.2 x1.7 cm
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