
von Concha Espina
In "Das Mädchen aus Luzmela" entfaltet Concha Espina die Geschichte eines jungen Mädchens, dessen Herkunft, Erbe und affektive Bindungen in einer kantabrischen Landschaft von patriarchalen Interessen, Standesdenken und moralischen Prüfungen bestimmt werden. Der Roman verbindet regionalen Realismus mit lyrischer Naturbeschreibung und feiner psychologischer Beobachtung. Im literarischen Kontext des spanischen Nach-98 tritt er als Werk hervor, das ländliche Welt, soziale Hierarchie und weibliche Innerlichkeit nicht folkloristisch, sondern kritisch und erzählerisch verdichtet. Concha Espina, 1869 in Santander geboren, gehörte zu den bedeutenden spanischen Schriftstellerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Ihre Erfahrungen in Kantabrien, ihre journalistische Tätigkeit und ihr waches Interesse an den Lebensbedingungen von Frauen prägten ihr Erzählen. Dass sie zwischen traditioneller Religiosität, sozialer Sensibilität und literarischem Ehrgeiz schrieb, erklärt die eigentümliche Spannung dieses Romans: Er ist zugleich Heimatbild, Entwicklungsstudie und moralische Untersuchung. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die klassische europäische Erzählkunst jenseits des etablierten Kanons entdecken möchten. Espinas Prosa bietet atmosphärische Dichte, gesellschaftliche Genauigkeit und eine eindringliche Darstellung weiblicher Verletzlichkeit und Selbstbehauptung.
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