
von Walter Scott
Das schöne Mädchen von Perth, 1828 als Teil der "Chronicles of the Canongate" erschienen, verbindet historische Romanhandlung mit moralischer und sozialer Analyse. Im Schottland des späten 14. Jahrhunderts entfaltet Walter Scott eine Geschichte um die schöne Catharine Glover, den ehrbaren Schmied Henry Gow, städtische Rivalitäten, höfische Intrigen und die Gewalt der Clans. Scotts Stil ist zugleich malerisch, antiquarisch genau und dramatisch zugespitzt; er stellt private Leidenschaft in den größeren Zusammenhang politischer Unsicherheit, rechtlicher Ordnung und nationaler Erinnerung. Walter Scott, 1771 in Edinburgh geboren, war Jurist, Sammler schottischer Balladen und Begründer des europäischen historischen Romans. Seine intensive Beschäftigung mit Chroniken, Volksüberlieferung und den Spannungen zwischen Highland- und Lowland-Kultur prägte auch dieses Werk. Wie in Waverley oder Ivanhoe interessiert ihn weniger bloße Vergangenheitsschilderung als die Frage, wie Institutionen, Bräuche und individuelle Ehre das Handeln der Menschen formen. Empfohlen sei dieser Roman allen Lesern, die historische Erzählkunst mit geistiger Substanz suchen. Das schöne Mädchen von Perth bietet keine einfache Liebesgeschichte, sondern ein vielstimmiges Bild mittelalterlicher Gesellschaft, in dem Scott Gewalt, Loyalität und Zivilisierung mit erzählerischer Eleganz prüft.
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