
von John Retcliffe
John Retcliffes "Das Testament Peters des Großen" verbindet den historischen Roman des 19. Jahrhunderts mit politischer Sensationsprosa. Im Mittelpunkt steht das berüchtigte, apokryphe Testament des Zaren, das Russland eine weltgeschichtliche Expansionsmission zuschreibt. Retcliffe entfaltet daraus ein Panorama aus Hofintrigen, Geheimdiplomatie und imperialen Machtphantasien, in dem Faktisches, Legende und zeitgenössische Furcht vor dem Osten kunstvoll ineinandergreifen. Sein Stil ist pointiert, episodisch und spannungsbetont, zugleich geprägt vom politischen Imaginären seiner Epoche. John Retcliffe war das Pseudonym Hermann Goedsches, eines deutschen Schriftstellers und Publizisten, der durch historische und politische Romane große Leserkreise erreichte. Seine journalistische Erfahrung, sein Interesse an Geheimbünden, Staatsräson und europäischer Machtpolitik sowie die nationalen Spannungen des 19. Jahrhunderts bilden den Hintergrund dieses Romans. Retcliffe schrieb aus einer Zeit heraus, in der Geschichte als Deutungsraum aktueller Ängste und Hoffnungen gelesen wurde. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die historische Unterhaltung nicht nur als Abenteuer, sondern als Dokument politischer Mentalitäten verstehen wollen. Es bietet Einblick in die Erzählstrategien populärer Geschichtsliteratur und in die europäischen Russlandbilder des 19. Jahrhunderts.
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Maße: 1.0 x15.2 x22.9 cm
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