
Heutige Chatbots beantworten Fragen und bearbeiten komplexe Probleme mit verblüffender sprachlicher Souveränität. Damit erschüttern sie eine alte Gewissheit: Wenn sprachliche Artikulation kein verlässliches Zeichen des Verstehens mehr ist – woran erkennen wir es dann? Der Autor nimmt den Erfolg generativer KI zum Anlass, die Frage neu zu stellen. Statt allein zu fragen, ob Maschinen denken können, wird untersucht, was menschliche Intelligenz auszeichnet: Lernen, Anpassung, Problemlösung und Verstehen. In großen Sprachmodellen scheint „die Sprache zu sprechen“ – jedoch weder als Äußerung eines verstehenden Subjekts noch, wie bei Heidegger, als ursprüngliches Geschehen der Welterschließung, sondern als statistische und kontextabhängige Verdichtung menschlich erzeugter Bedeutungen. Welche Art von Sinnleistung entsteht dabei? Der Essay unterscheidet zwischen der Fortschreibung von Sinn innerhalb bestehender symbolischer Ordnungen und einer Sinnbildung, die neue Zusammenhänge hervorbringt und den Horizont des Verständlichen verändert. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Verletzlichkeit zu: Sinn bildet sich dort, wo etwas verfehlt, revidiert oder unwiederbringlich verloren werden kann – wo für ein Wesen selbst etwas auf dem Spiel steht. Doch auch Menschen bilden nicht immer neuen Sinn. Oft schreiben sie lediglich fort, was bereits gedacht und gesagt wurde. Die entscheidende Grenze verläuft deshalb nicht nur zwischen Mensch und Maschine, sondern mitten durch uns selbst.
* Affiliate-Link — kein Mehrpreis für dich.
Sortiert nach Gesamtpreis inkl. Versand, sofern verfügbar.
Weitere Werke desselben Verfassers.
Bester Preis · bücher.de
24,80 €
Maße: 19.5 x11.2 cm
Werke aus verwandten Genres.
Ab 19,90 €