
von Jodocus Temme
Jodocus Temmes "Der Domherr" ist ein historischer Roman, der geistliche Würde, ständische Macht und persönliche Gewissensentscheidung in ein spannungsreiches Verhältnis setzt. Vor dem Hintergrund einer von kirchlichen Institutionen, adligen Interessen und bürgerlichen Ansprüchen geprägten Vergangenheit entfaltet Temme eine Handlung, in der private Schicksale untrennbar mit politischen und rechtlichen Konflikten verbunden sind. Sein Stil verbindet erzählerische Anschaulichkeit mit der Genauigkeit des Juristen: Dialog, Intrige und moralische Prüfung dienen nicht bloß der Unterhaltung, sondern der historischen Reflexion. Temme, 1798 geboren und 1881 gestorben, war Jurist, liberaler Politiker und einer der bemerkenswerten Erzähler des deutschen 19. Jahrhunderts. Seine Erfahrungen als Richter, seine Beteiligung an den demokratischen Bewegungen von 1848 und die daraus erwachsenen beruflichen Brüche schärften seinen Blick für Machtmissbrauch, soziale Ungleichheit und die Fragwürdigkeit obrigkeitlicher Autorität. Diese biographische Prägung erklärt die kritische Energie, mit der er historische Stoffe gestaltet. "Der Domherr" empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die historische Romane nicht nur als Kostüm- und Abenteuerliteratur verstehen, sondern als Untersuchung gesellschaftlicher Ordnungen. Das Buch bietet Spannung, Milieukenntnis und ein entschiedenes Interesse an Recht, Schuld und Verantwortung.
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Maße: 1.4 x15.2 x22.9 cm
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