
von Sven Elvestad
Der Fall Robert Robertson entfaltet eine kriminalistische Untersuchung, in der die scheinbar eindeutigen Spuren um die Gestalt Robert Robertsons zunehmend brüchig werden. Sven Elvestad verbindet die Logik des klassischen Rätselkrimis mit einer auffallend nüchternen, journalistisch geschärften Prosa: Beobachtung, Verhör, Indiz und psychologische Irritation treten an die Stelle bloßer Sensation. Im literarischen Kontext der frühen skandinavischen Detektivliteratur zeigt der Text, wie moderne Großstadtwahrnehmung, soziale Maskierung und moralische Ambivalenz das Verbrechen erzählerisch neu formen. Elvestad, 1884 in Norwegen geboren und auch unter dem Pseudonym Stein Riverton bekannt, war Journalist, Reporter und einer der Begründer des nordischen Kriminalromans. Seine berufliche Nähe zu Gerichtsberichten, Polizeimilieus und urbanen Milieustudien prägte seinen Blick für Details und Täuschungen. Gerade diese Erfahrung dürfte Der Fall Robert Robertson seine präzise Dramaturgie verliehen haben: Das Verbrechen erscheint nicht isoliert, sondern als Symptom einer Gesellschaft, in der Identität verhandelbar und Wahrheit methodisch zu erarbeiten ist. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Kriminalliteratur nicht nur als Unterhaltung, sondern als intellektuelle Form der Wirklichkeitsanalyse schätzen. Wer elegante Spannung, analytische Ermittlungsführung und frühe skandinavische Noir-Stimmungen sucht, findet hier ein konzentriertes, klug konstruiertes Werk von bleibendem literarischem Interesse.
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Maße: 0.7 x15.2 x22.9 cm
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