
von Bruno Wille
Der Glasberg: Roman einer Jugend, die hinauf wollte entfaltet als Bildungs- und Entwicklungsroman den Aufstiegstraum einer jungen Generation, die geistige Freiheit, soziale Würde und ästhetische Selbstverwirklichung sucht. Der symbolische Glasberg bezeichnet zugleich Verheißung und Hindernis: durchsichtig lockt er mit Höhe, doch seine Glätte macht jeden Schritt gefährlich. Willes Prosa verbindet realistische Milieubeobachtung mit idealistischer Reflexion; Dialog, Naturbild und weltanschaulicher Exkurs stehen im Dienst eines zeittypischen, lebensreformerischen Programms. Im literarischen Kontext des späten Naturalismus und der wilhelminischen Reformbewegungen erscheint der Roman als ernsthafte Studie jugendlicher Selbstbehauptung. Bruno Wille (1860-1928) war Schriftsteller, Philosoph und Publizist, geprägt von Freidenkertum, Monismus und sozialethischen Debatten seiner Zeit. Als Mitbegründer des Friedrichshagener Dichterkreises und engagierter Kulturreformer kannte er die Spannungen zwischen bürgerlicher Ordnung, künstlerischer Bohème und politischem Emanzipationsverlangen aus unmittelbarer Nähe. Diese Erfahrungen erklären die Dringlichkeit, mit der er Jugend nicht bloß als Lebensalter, sondern als historische Kraft begreift: als Versuch, Denken und Leben zu erneuern. Zu empfehlen ist Der Glasberg Lesern, die den deutschen Roman um 1900 jenseits des Kanons erkunden möchten. Das Buch belohnt Aufmerksamkeit durch seine Verbindung von Seelenanalyse, Gesellschaftskritik und utopischem Impuls; es zeigt, wie literarische Jugend zur Chiffre eines ganzen Zeitalters wird.
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Maße: 1.3 x15.2 x22.9 cm
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