
von Ludwig Ganghofer
Der Klosterjäger entfaltet einen Mittelalterroman aus dem Berchtesgadener Land, in dem Jagd, Klosterherrschaft, bäuerliche Abhängigkeit und persönliche Treue zu einem dramatischen Konfliktgeflecht verbunden werden. Ganghofer gestaltet die alpine Landschaft nicht bloß als Kulisse, sondern als moralischen Resonanzraum: Fels, Wald und Wildnis spiegeln Freiheitsverlangen und soziale Ordnung. Sein Stil verbindet anschauliche Naturprosa, spannungsreiche Handlung und historisierende Redeformen und steht im Kontext des populären deutschsprachigen historischen Romans des späten 19. Jahrhunderts. Ludwig Ganghofer, 1855 in Kaufbeuren geboren, gehört zu den prägenden Erzählern der bayerischen Heimat- und Gebirgsliteratur. Seine Nähe zu den Alpen, seine Kenntnisse jagdlicher Lebensformen und sein Interesse an regionaler Überlieferung erklären die Stoffwahl dieses Romans. Als Autor zwischen Münchner Literaturbetrieb, Theaterpraxis und Naturerfahrung suchte er historische Stoffe, in denen Landschaft, Volkstum und ethische Bewährung erzählerisch zusammenfinden. Empfohlen sei Der Klosterjäger Lesern, die historische Spannung mit kulturgeschichtlicher Atmosphäre verbinden möchten. Das Buch bietet keine trockene Rekonstruktion des Mittelalters, sondern eine lebendige, erzählerisch kraftvolle Deutung von Herrschaft, Glauben, Liebe und Naturverbundenheit.
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