
von Moritz Hartmann
Der Krieg um den Wald entfaltet den Wald nicht bloß als Schauplatz, sondern als symbolisch aufgeladenen Rechts-, Lebens- und Erinnerungsraum. Hartmann verbindet erzählerische Anschaulichkeit mit der politischen Sensibilität des Vormärz: Naturbeschreibung, soziale Konfliktzeichnung und moralische Allegorie greifen ineinander. Der Kampf um Besitz, Nutzung und Deutung des Waldes wird so zur Frage nach Gemeinschaft, Herrschaft und historischer Gerechtigkeit. Moritz Hartmann, 1821 in Böhmen geboren, gehörte zu jener Generation deutschsprachiger Autoren, deren Literatur von Liberalismus, Revolutionserfahrung und Exil geprägt wurde. Als Dichter, Publizist und politisch engagierter Beobachter der Umbrüche von 1848 kannte er die Spannung zwischen poetischer Form und öffentlicher Verantwortung. Seine Herkunft aus einem vielsprachigen, sozial heterogenen Raum dürfte seinen Blick für Konflikte um Heimat, Eigentum und Zugehörigkeit geschärft haben. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die politische Literatur nicht als bloße Programmschrift, sondern als kunstvoll verdichtete Welterkundung verstehen. Der Krieg um den Wald bietet historische Tiefenschärfe, sprachliche Energie und ein erstaunlich gegenwärtiges Nachdenken über Natur, Macht und Gemeinwohl.
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