
von Thomas Kumpf
In einer Welt, in der jeder Gedanke getrackt, jeder Kauf bewertet und jede Entscheidung von Algorithmen gelenkt wird, wagt Cato-Quinn das Unvorstellbare: Er deaktiviert seinen Synapsenchip und verschwindet aus dem Netz. Unsichtbar für die Welt – aber nicht ohne Folgen. Was als Befreiung beginnt, wird schnell zu einem gefährlichen Spiel. Ein Leben unter dem Algorithmus Cato-Quinn existiert in einem System der totalen Transparenz. Seine Eltern überwachen seine Vitaldaten aus der Ferne, seine Krankenkasse straft ihn für „ungesunde“ Pizza-Bestellungen ab, und das Finanzamt ahndet kleinste Unregelmäßigkeiten (wie eine nicht versteuerte Schenkung von 16 Cent) sofort mit hohen Bußgeldern. Sogar seine Wohnung und sein Chef üben unaufhörlich Druck aus; Geräte „diskutieren“ mit ihm, um Updates zu verkaufen, und Träume werden als Werbefläche genutzt. Privatheit existiert nicht mehr – selbst seine Partnerin nutzt Systemdaten, um seine Treue zu hinterfragen. Gequält von der ständigen Reizüberflutung und dem Gefühl, kein einziges freies Wort oder Gefühl mehr zu besitzen, entscheidet sich Cato-Quinn für den radikalen Ausstieg. Er besitzt einen illegalen „Isolationschip“. In einem Moment der Verzweiflung setzt er sich diesen Chip ein, um die Verbindung zum Netz zu kappen.
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