
von Molière
Der Menschenfeind, 1666 uraufgeführt, gehört zu Molières reifsten Charakterkomödien und verbindet gesellschaftliche Satire mit psychologischer Präzision. Im Zentrum steht Alceste, der kompromisslose Wahrheitsliebhaber, dessen Hass auf höfische Heuchelei in unauflösbaren Widerspruch zu seiner Liebe zur koketten Célimène gerät. In alexandrinischer Versform entfaltet das Stück eine elegante, scharf konturierte Sprache, die das Ideal der Aufrichtigkeit gegen die Regeln urbaner Geselligkeit stellt und damit die Moral- und Salonwelt des französischen Klassizismus kritisch beleuchtet. Jean Baptiste Molière, Schauspieler, Theaterleiter und Dramatiker am Hof Ludwigs XIV., kannte die Mechanismen gesellschaftlicher Selbstdarstellung aus unmittelbarer Erfahrung. Sein Leben zwischen Bühne, Mäzenatentum, Zensur und aristokratischer Erwartung schärfte seinen Blick für die Komik sozialer Rollen. Der Menschenfeind spiegelt daher nicht nur eine literarische Typenstudie, sondern auch Molières eigene Auseinandersetzung mit Anpassung, Wahrheit, Erfolg und öffentlichem Urteil. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die klassische Komödie nicht als bloße Unterhaltung, sondern als intellektuelle Untersuchung menschlicher Widersprüche verstehen möchten. Molières Stück bleibt erstaunlich modern: Es fragt, wie viel Wahrhaftigkeit eine Gesellschaft erträgt und ob moralische Reinheit ohne Menschenliebe bestehen kann.
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Maße: 0.3 x16.0 x22.0 cm
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