
von Otto Corvin
Der Pfaffenspiegel - Historische Denkmale des christlichen Fanatismus versammelt in scharf polemischer, zugleich quellen- und exemplaorientierter Form Episoden kirchlicher Macht, Intoleranz und Gewalt von der Spätantike bis in die Neuzeit. Corvin schreibt nicht als kühler Positivist, sondern im Ton des aufklärerischen Anklägers: Anekdote, Chronik, satirische Zuspitzung und moralische Argumentation verbinden sich zu einem antiklerikalen Kompendium des Vormärz. Sein literarischer Kontext ist die liberale Religions- und Herrschaftskritik des 19. Jahrhunderts, deren Ziel weniger kontemplative Ausgewogenheit als öffentliche Entzauberung sakral legitimierter Autorität war. Otto von Corvin (1812-1886), Offizier, Journalist und demokratischer Schriftsteller, bewegte sich zwischen militärischer Disziplin, politischem Liberalismus und revolutionärer Erfahrung. Seine Beteiligung an den Kämpfen von 1848/49, Haft und Exil schärften seinen Blick für institutionelle Gewalt und Zensur. Der Pfaffenspiegel entspringt dieser biographischen Spannung: Er ist Protestschrift, Geschichtssammlung und Programm einer säkularen, bürgerlichen Öffentlichkeit. Empfohlen sei das Buch Lesern, die die Genealogie moderner Kirchenkritik verstehen wollen. Wer es historisch liest, gewinnt keinen neutralen Katechismus der Fakten, sondern ein wirkungsmächtiges Dokument politischer Aufklärung, rhetorischer Leidenschaft und deutscher Freiheitsbewegung.
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Maße: 1.0 x15.2 x22.9 cm
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