
"Der rote Kampfflieger" ist die 1917 erschienene Selbstdeutung Manfred von Richthofens, des berühmtesten Jagdfliegers des Ersten Weltkriegs. In episodischen Erinnerungen schildert er Ausbildung, Luftkämpfe, Kameradschaft und die technische wie psychische Wirklichkeit des frühen Luftkriegs. Der Stil ist knapp, nüchtern und soldatisch, zugleich von zeitgenössischer Propaganda und ritterlichen Ehrvorstellungen geprägt; literarisch steht das Buch zwischen Frontbericht, Memoirenprosa und nationalem Heldennarrativ. Manfred von Richthofen, 1892 in eine schlesisch-preußische Adelsfamilie geboren, kam aus der Kavallerie zur Fliegertruppe und wurde als "Roter Baron" zur Symbolfigur moderner Kriegführung. Seine Herkunft, militärische Erziehung, Jagdleidenschaft und der rasche Aufstieg zum erfolgreichsten Jagdflieger des Krieges erklären Ton und Perspektive dieses Textes. Zugleich ist zu bedenken, dass die Autobiografie im Krieg entstand und vermutlich publizistisch gelenkt wurde. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Selbstzeugnisse nicht unkritisch konsumieren, sondern als Dokumente ihrer Zeit verstehen wollen. Es bietet keinen pazifistischen Rückblick, sondern unmittelbare Einblicke in Mentalität, Technikfaszination und Ehrbegriffe einer untergehenden Epoche.
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