
von Alexander A. Bogdanow, Alexander Bogdanow u. a.
Der rote Stern, 1908 erschienen, entwirft in der Form eines frühen wissenschaftlichen Romans die Reise des Revolutionärs Leonid zum Mars, wo eine hochentwickelte sozialistische Gesellschaft technische Rationalität, kollektive Arbeit und geschlechtliche Emanzipation verwirklicht hat. Bogdanov verbindet utopische Spekulation mit psychologischer Beobachtung und politischer Allegorie: Die nüchterne Prosa, durchsetzt mit naturwissenschaftlichen Erklärungen, macht den Mars zugleich zum Labor künftiger Möglichkeiten und zum Spiegel der ungelösten Widersprüche Russlands vor und nach 1905. A. Bogdanov, Arzt, Philosoph, Ökonom und Bolschewik, gehörte zu den originellsten Denkern der russischen revolutionären Bewegung. Seine Beschäftigung mit Organisationstheorie, Empiriomonismus, Bluttransfusion und kollektiver Kultur prägt den Roman unverkennbar. Der rote Stern ist daher nicht bloß Propaganda, sondern Ausdruck eines umfassenden Projekts: Gesellschaft, Wissenschaft und Bewusstsein als veränderbare, planbare Zusammenhänge zu begreifen. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Science-Fiction nicht nur als Abenteuer, sondern als erkenntniskritische Gattung schätzen. Wer die Genealogie sozialistischer Utopien, die Frühgeschichte technischer Zukunftsentwürfe oder die Spannungen zwischen Ideal und Revolution verstehen möchte, findet hier einen ebenso historischen wie erstaunlich aktuellen Text.
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Maße: 22.9 x15.2 x0.7 cm
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