
von André Gide
Der schlechtgefesselte Prometheus und andere Novellen versammelt Prosastücke, in denen André Gide den Mythos, die Moral und die Konventionen der bürgerlichen Erzählkunst spielerisch demontiert. Im titelgebenden Text wird Prometheus nicht als erhabener Dulder, sondern als ironisch gebrochene Denkfigur gezeigt; Abenteuer, Dialog und Parabel verbinden sich zu einer skeptischen Untersuchung von Freiheit, Schuld und Selbstentwurf. Gides Stil ist knapp, paradox, aphoristisch und gehört in den symbolistischen wie frühmodernistischen Kontext, aus dem heraus er psychologische Gewissheiten verunsichert. André Gide (1869-1951), Nobelpreisträger von 1947, schrieb aus der Spannung zwischen protestantischer Strenge, ästhetischer Selbstbefragung und dem Wunsch nach persönlicher Befreiung. Seine Reisen, seine Nähe zu literarischen Avantgarden und sein lebenslanges Misstrauen gegenüber erstarrten Normen prägten eine Prosa, die moralische Probleme nicht löst, sondern sichtbar macht. Diese Novellen spiegeln Gides Interesse an Masken, Versuchungen und der produktiven Unruhe des Ichs. Empfohlen sei dieser Band Lesern, die keine bloße Handlungssammlung erwarten, sondern eine geistvolle, oft komische und zugleich beunruhigende Prosa. Er eröffnet einen konzentrierten Zugang zu Gides Denken und zeigt, wie modern seine Fragen nach Verantwortung, Begehren und innerer Freiheit geblieben sind.
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Maße: 22.9 x15.2 x0.9 cm
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