
von Edward Gibbon
Der Sieg des Islams zeichnet die frühislamischen Expansionen von Arabien über Syrien, Ägypten, Nordafrika und Persien bis nach Spanien nach und verbindet militärische Ereignisgeschichte mit der Entstehung des Kalifats. Gibbons Darstellung entfaltet die Eroberungen als weltgeschichtlichen Umbruch auf drei Kontinenten: Schlachten, Diplomatie, religiöse Energie und Verwaltung erscheinen in kunstvoller Balance. Der Stil ist glänzend rhetorisch, quellenbewusst und typisch für die Aufklärungshistoriographie, deren universalhistorischer Anspruch Bewunderung, Kritik und Distanz vereint. Eduard Gibbon, der große britische Historiker des 18. Jahrhunderts, wurde durch seine Geschichte des Verfalls und Untergangs des Römischen Reiches berühmt. Seine Beschäftigung mit dem Islam entsprang dem Versuch, den Übergang von der spätantiken Mittelmeerwelt zu neuen politischen und religiösen Ordnungen zu erklären. Geprägt von klassischer Bildung, skeptischer Vernunft und europäischer Gelehrsamkeit schrieb er mit Bewunderung für politische Tatkraft, aber auch mit zeitgebundenen Urteilen, die heutige Leser kritisch mitdenken sollten. Empfohlen sei dieses Buch allen, die die Frühgeschichte des Islams nicht isoliert, sondern im Zusammenhang von Imperien, Handel, Theologie und Staatsbildung verstehen möchten. Es bietet weniger eine moderne Spezialmonographie als ein klassisches historiographisches Dokument von hohem literarischem Rang. Wer Gibbon liest, begegnet einer Deutung, deren Kraft im Zusammenspiel von erzählerischer Eleganz, analytischem Ehrgeiz und kritischer Lektüre liegt.
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