
von Ricki Diem
Glenshallow, ein altes Anwesen in den schottischen Highlands, trägt Geschichten wie andere Menschen Narben: still, verborgen – und doch unübersehbar. Lange wurde geschwiegen, vieles verdrängt, doch manche Wahrheiten vergehen nicht. Manche warten. So wie die Erbstimme. Muir McKenna, der in Kanada bei seiner Mutter Margarete aufgewachsen ist, stößt auf vergessene Dokumente, Tonbandfragmente und ein altes Notizbuch. Sie enthalten Hinweise auf Ereignisse, die nie offiziell stattgefunden haben – und doch das Fundament der McKenna-Familie tief erschüttern könnten. Margarete war keine simple Außenseiterin, sondern ein ungehörter Teil jener Geschichte, die man in Glenshallow nicht erzählen wollte. Muir erkennt: Er ist nicht nur Teil der Familie – er ist ihr Vermächtnis. Währenddessen bereitet Lena auf Glenshallow eine besondere Ausstellung vor: Bilder, die von Erinnerung handeln, von Stille, von Heimat. Doch plötzlich verändern sich die Gemälde – ganz von selbst. Zuerst kleine Details, dann Figuren, Schatten, Symbole. Dinge, die nie gemalt wurden, aber da sein wollen. Alte Fotografien zeigen daraufhin dieselben Veränderungen – als würde etwas nicht gesehen, sondern gehört werden wollen: die Stimme dessen, was verborgen wurde. Glenshallow wird nicht nur zum Ort der Aufklärung, sondern zum Ort der Heilung. Nicht nur ein Haus – sondern ein Gedächtnis. Die Familie erkennt, dass Erbe nicht Besitz bedeutet, sondern Bewusstsein. Nicht Blutsverwandtschaft, sondern Zugehörigkeit. Am Ende steht nicht eine Enthüllung, sondern eine Entscheidung: Was macht man mit einer Wahrheit, die zugleich befreit – und bindet? Die Erbstimme ist kein Kriminalroman im herkömmlichen Sinn. Es ist ein emotionaler Spannungsroman über Herkunft, Erinnerung, Zugehörigkeit – und den Mut, Dinge beim Namen zu nennen.
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Maße: x14.8 x21.0 cm
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