
von Georg Ebers
Die Frau Bürgermeisterin führt in das belagerte Leiden des Jahres 1574, mitten in den niederländischen Freiheitskampf gegen die spanische Herrschaft. Im Zentrum steht Maria, die Frau des Bürgermeisters Peter van der Werff, deren private Empfindungen mit öffentlicher Pflicht, Glaubenstreue und städtischem Opfermut kollidieren. Ebers verbindet historisch-realistisches Erzählen mit dramatischer Zuspitzung: archivalische Genauigkeit, anschauliche Milieuschilderung und psychologische Konflikte stehen im Dienst eines Romans über Patriotismus, Gewissen und die moralische Prüfung einer Gemeinschaft. Georg Ebers, 1837 geboren, war Ägyptologe, Hochschullehrer und einer der erfolgreichsten deutschen Verfasser historischer Romane des 19. Jahrhunderts. Seine wissenschaftliche Schulung prägte sein Erzählen: Er suchte Geschichte nicht bloß als Kulisse, sondern als geistige Lebensform sichtbar zu machen. Auch dieses Buch verrät sein Interesse an Epochen religiöser und politischer Umbrüche sowie an bürgerlichen Tugenden, die im Zeitalter nationaler Selbstverständigung besondere Resonanz besaßen. Empfohlen sei der Roman allen Lesern, die historische Literatur mit gelehrtem Fundament und erzählerischer Spannung schätzen. Die Frau Bürgermeisterin bietet keine bloße Abenteuerhandlung, sondern eine vielschichtige Studie über Standhaftigkeit, Ehe, Gemeinsinn und die Kosten politischer Freiheit.
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