
von Eugenie Marlitt
Die Frau mit den Karfunkelsteinen entfaltet eine für Eugenie Marlitt charakteristische Verbindung aus Familiengeheimnis, sozialer Beobachtung und moralischer Bewährungsprobe. Im Zentrum steht die rätselhafte Figur, deren Schmuck nicht bloß kostbares Beiwerk, sondern ein Zeichen verborgener Herkunft, verletzter Würde und gesellschaftlicher Projektionen ist. Marlitts Stil verbindet die spannungsreiche Dramaturgie des Feuilletonromans mit empfindsamem Realismus: häusliche Räume, Standesgrenzen und weibliche Selbstbehauptung werden zu Schauplätzen einer bürgerlichen Ethik des 19. Jahrhunderts. Eugenie Marlitt, eigentlich Friederieke Henriette Christiane Eugenie John, gehörte zu den erfolgreichsten Autorinnen der Zeitschrift Die Gartenlaube. Ihre Herkunft aus Thüringen, ihre Ausbildung am Hof und ihre Erfahrung weiblicher Abhängigkeit in einer streng hierarchischen Gesellschaft prägen ihr Erzählen. Wiederkehrend gestaltet sie Frauenfiguren, die unter Verdacht, Konvention und ökonomischem Druck stehen, aber durch Bildung, Charakterfestigkeit und moralische Klarheit Handlungsmacht gewinnen. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Unterhaltungsliteratur des 19. Jahrhunderts nicht als bloße Kolportage, sondern als aufschlussreiches Dokument bürgerlicher Kultur lesen möchten. Die Erzählung bietet Spannung, Gefühl und gesellschaftliche Analyse zugleich und zeigt, weshalb Marlitts Werke ein breites Publikum fesselten und literaturhistorisch weiterhin beachtenswert sind.
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Maße: 0.9 x15.2 x22.9 cm
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