
von Bertolt Brecht
»Alles kann besser werden, sagte Herr Keuner, außer dem Menschen« In »Die Geschichten vom Herrn Keuner« zeigt Bertolt Brecht (1898-1956) sich als Meister der Kurzprosa: klar und sachlich in der Form, aggressiv in der Gesellschaftskritik. Hinter der Figur des Herrn Keuner erkennt man Brecht selbst: ein scharfer Beobachter der Welt, der mit Witz, Gelassenheit und unbeirrbarer Klarheit die großen Fragen des menschlichen Zusammenlebens verhandelt. Jede Erzählung, jede Parabel verdichtet einen Gedanken, eine Erkenntnis, eine Herausforderung an vermeintliche Gewissheiten. Brechts Keuner-Geschichten sind ein Juwel deutscher Prosa und zugleich unverzichtbarer Schlüssel zum Denken und Wirken des großen Dramatikers. Herr Kreuner zählt zu den ikonischsten Denkfiguren der deutschen Literatur Er beantwortet Fragen mit Weisheiten, die Brechts eigene Ansichten spiegeln – ein bewusst »eigenschaftsloser« Vermittler (Walter Benjamin) »Herr Keuner mied Beerdigungen.« Die kürzeste Keuner-Geschichte braucht nur einen Satz Die Geschichten zählen zu Brechts prägendsten Prosawerken und entstanden von 1926 bis zu seinem Tod 1956 Die Geschichten gelten als Schlüsseltexte des epischen Theaters, da Herr Keuner die Rolle eines kritischen Kommentators einnimmt Zentrale Themen: Marxismus, Tugenden, Natur, Frauenbild, gesellschaftliche Verantwortung Anfangs wurden die Keuner-Geschichten von der Kritik nicht wahrgenommen, nur Walter Benjamin schrieb darüber und erklärte der Namen käme von „Keiner“, das in Brechts Heimatstadt Augsburg als "koiner" ausgesprochen wird
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