
In "Die Grenzbewohner oder Die Beweinte von Wish-Ton-Wish" entwirft James Fenimore Cooper ein düsteres Grenzlanddrama im puritanischen Neuengland des 17. Jahrhunderts. Die Geschichte einer isolierten Siedlergemeinschaft, ihrer religiösen Strenge, familiären Verluste und gewaltsamen Begegnungen mit indigenen Völkern verbindet historische Romanform, sentimentale Tragik und Abenteuererzählung. Coopers Stil ist weit ausholend, moralisch reflektierend und landschaftlich eindringlich; im Kontext der amerikanischen Romantik befragt der Roman die Kosten kolonialer Expansion. Cooper, 1789 geboren und durch die "Lederstrumpf"-Romane berühmt geworden, war einer der ersten Schriftsteller, die der jungen amerikanischen Nation eine eigenständige historische Imagination gaben. Seine Erfahrungen als Seemann, sein Aufwachsen in einer Grenzregion des Staates New York und sein Interesse an Recht, Eigentum, Religion und kulturellem Konflikt prägten sein Werk. In diesem Roman wendet er den Blick von der heroischen Wildnis auf Schuld, Entwurzelung und die Zerbrechlichkeit kolonialer Ordnung. Empfohlen sei dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die historische Romane nicht nur als Spannungsliteratur, sondern als Reflexion über Nationenbildung, Glauben und Gewalt verstehen. Es bietet keine einfache Pionierlegende, sondern ein vielschichtiges, mitunter unbequemes Bild der amerikanischen Frühzeit.
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