
Wilhelm Gottlieb Soldans "Die Hexenprozesse" ist eine grundlegende historische Untersuchung der europäischen Hexenverfolgungen, ihrer theologischen Voraussetzungen, juristischen Verfahren und sozialen Folgen. Mit nüchterner Quellenkritik rekonstruiert das Werk, wie aus gelehrter Dämonologie, kirchlicher Autorität und obrigkeitlicher Strafpraxis ein System kollektiver Gewalt entstehen konnte. Sein Stil verbindet archivalische Genauigkeit mit aufklärerischer Argumentation und steht im Kontext des liberalen 19. Jahrhunderts, das mittelalterliche und frühneuzeitliche Irrtümer historisch erklären wollte. Soldan, 1803 geboren und als Historiker, Theologe und Politiker tätig, schrieb aus einer Haltung rationaler Kritik gegenüber Aberglauben, Machtmissbrauch und konfessioneller Verengung. Seine Bildung in Theologie und Geschichte befähigte ihn, Prozessakten, Traktate und Rechtsquellen nicht nur zu sammeln, sondern in größere geistige Zusammenhänge einzuordnen. Die Erfahrung politischer Reformdebatten seiner Zeit schärfte zudem seinen Blick für das Verhältnis von Recht, Staat und individueller Freiheit. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die die Hexenverfolgung nicht als bloße Kuriosität, sondern als komplexes historisches Phänomen verstehen wollen. Es bietet bis heute einen eindrucksvollen Zugang zu Mechanismen von Angst, Denunziation und institutionalisierter Gewalt.
* Affiliate-Link — kein Mehrpreis für dich.
Sortiert nach Gesamtpreis inkl. Versand, sofern verfügbar.
Weitere Werke desselben Verfassers.
Bester Preis · bücher.de
21,30 €
Maße: 2.2 x15.2 x22.9 cm
Werke aus verwandten Genres.