
von John Stuart Mill, Harriet
In "Die Hörigkeit der Frau" entfaltet John Stuart Mill eine der einflussreichsten liberalen Kritiken patriarchaler Gesellschaftsordnungen des 19. Jahrhunderts. In klarer, argumentativer Prosa verbindet er politische Philosophie, Rechtskritik und moralpsychologische Beobachtung, um die rechtliche und soziale Unterordnung der Frau als historisch gewachsene, nicht naturgegebene Institution zu entlarven. Der Text steht im Kontext des Utilitarismus, der Reformdebatten des viktorianischen England und der frühen Frauenrechtsbewegung. Mill, 1806 geboren, war Philosoph, Ökonom, Parlamentsabgeordneter und einer der bedeutendsten Vertreter des Liberalismus. Seine Verteidigung individueller Freiheit, bereits in "Über die Freiheit" grundgelegt, prägt auch dieses Werk. Wesentlich war zudem der intellektuelle Einfluss Harriet Taylors, seiner späteren Ehefrau, deren Denken Mills Sensibilität für Geschlechtergerechtigkeit und die zerstörerischen Wirkungen gesellschaftlicher Konventionen nachhaltig schärfte. Dieses Buch ist allen zu empfehlen, die die philosophischen Grundlagen moderner Gleichberechtigung verstehen wollen. Mill bietet keine bloße historische Anklage, sondern eine bis heute provozierende Analyse von Macht, Gewohnheit und Freiheit. Seine Argumente bleiben unverzichtbar für Leserinnen und Leser der politischen Theorie, der Rechtsgeschichte und der feministischen Ideengeschichte.
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