
Die Messingstadt entfaltet eine abenteuerliche Suche nach einem sagenhaften, von Glanz, Rätsel und Gefahr umgebenen Ort, in dem orientalische Überlieferung, Reiseroman und phantastische Spekulation ineinandergreifen. Mader verbindet eine anschaulich-gelehrte Erzählweise mit spannungsreicher Episodenstruktur: Landschaften, technische oder kulturkundliche Beobachtungen und moralische Bewährungsproben werden zu einem literarischen Kosmos geordnet, der im Kontext der populären Abenteuerliteratur um 1900 steht. Friedrich Wilhelm Mader, 1866 geboren und vor allem als Verfasser von Jugend- und Abenteuerbüchern bekannt, schrieb aus einer Zeit heraus, in der geographische Entdeckungsfantasien, koloniale Weltbilder und naturwissenschaftliche Neugier die Imagination prägten. Seine Nähe zu pädagogischen Erzähltraditionen erklärt den belehrenden Unterton vieler Werke; zugleich zeigt sich in Die Messingstadt seine Verwandtschaft mit Autoren wie Jules Verne und Karl May, ohne deren Modelle bloß nachzuahmen. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die historische Abenteuerliteratur nicht nur als Unterhaltung, sondern als Dokument kultureller Vorstellungen lesen möchten. Die Messingstadt bietet Spannung, Exotik und erzählerische Energie, verlangt jedoch zugleich Aufmerksamkeit für ihre zeitgebundenen Perspektiven. Gerade darin liegt sein heutiger Reiz: als fesselnde Erzählung und als literarhistorisches Zeugnis.
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