
Die Schön Magelona erzählt die weitverzweigte Liebes- und Bewährungsfahrt des Ritters Peter von Provence und der neapolitanischen Königstochter Magelona. Zwischen Turnierglanz, heimlicher Flucht, Verlust, Gefangenschaft und wundersamer Wiederfindung entfaltet der Text ein Muster höfisch-abenteuerlicher Erzählliteratur, das zugleich in die frühneuzeitliche Volksbuchtradition hineinragt. Sein Stil verbindet schlichte Prosa, moralische Akzentuierung und erzählerische Spannung; hinter der Liebesgeschichte stehen Fragen nach Treue, Gottesfügung, sozialer Ordnung und der Bewährung adliger Identität. Der anonyme Verfasser, beziehungsweise Bearbeiter, steht in einer Überlieferung, in der französische Stoffe, höfische Romane und deutschsprachige Druckkultur ineinandergreifen. Gerade die Anonymität verweist auf eine Literaturpraxis, die weniger individuelle Autorschaft als Weitergabe, Anpassung und Erbauung betonte. Die Geschichte dürfte aus dem Bedürfnis entstanden sein, ritterliche Ideale, christliche Vorsehung und unterhaltsame Abenteuerhandlung einem breiteren Lesepublikum zugänglich zu machen. Empfohlen sei Die Schön Magelona allen Leserinnen und Lesern, die mittelalterliche Liebesromane, frühe Prosadichtung und die Entstehung populärer Erzählliteratur verstehen möchten. Das Buch bietet nicht nur eine bewegende Erzählung von Trennung und Treue, sondern auch einen aufschlussreichen Zugang zur kulturellen Vorstellungswelt zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit.
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Maße: 22.9 x15.2 x0.5 cm
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