
von Richard Mann
Richard ist fünfzehn und interessiert sich angeblich für nichts. Seine Noten sind schlecht, seine Antworten kurz, und längst haben die Erwachsenen ein Wort für ihn gefunden: unmotiviert. Doch als er ausgerechnet über den Dreißigjährigen Krieg eine Eins schreibt, wird der Schulpsychologe Herr Buchholz aufmerksam. Er erkennt, dass Richard nicht das Lernen verweigert. Ihn interessieren nur andere Fragen: Was unterscheidet Wissen von einer bloßen Behauptung? Warum gelten manche Ideen als überholt? Und kann eine falsche Theorie trotzdem zu einer richtigen Beobachtung führen? Gemeinsam folgen sie den Spuren sieben beinahe vergessener Wissensgebiete – von Pneuma und Äther über Traumdeutung und Gedächtniskunst bis zu Harmonik, heiliger Geometrie und der Lehre von den Formen. Sie prüfen historische Vorstellungen, vergleichen sie mit moderner Forschung und erproben, was sich davon praktisch anwenden lässt. Während Herr Buchholz selbst zu recherchieren beginnt und mit Richards Eltern, seiner Klassenlehrerin Frau Schnabel und der Schulleitung spricht, verändert sich auch Richard. Aus widerwilligen Antworten entstehen eigene Fragen. Aus Fragen werden Gedanken – und aus dem vermeintlich desinteressierten Schüler wird jemand, der nicht mehr aufhören kann, Zusammenhänge zu suchen. Ein philosophischer Roman über Neugier, Bildung und den Mut, eine scheinbar einfache Frage nicht vorschnell zu beantworten.
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