
von Jean Giraudoux
Eglantine gehört zu Jean Giraudoux' reifer Romanprosa der Zwischenkriegszeit und verbindet Gesellschaftsbeobachtung mit einer eigentümlich schwebenden Poetik. Im Mittelpunkt steht nicht die dramatische Handlung, sondern die feine Analyse von Wahrnehmung, Begehren und gesellschaftlicher Rolle; Figuren und Milieus erscheinen in funkelnden, oft ironisch gebrochenen Bildern. Der Roman steht im Kontext der französischen Moderne, doch er meidet deren programmatische Härte: Giraudoux ersetzt naturalistische Erklärung durch Eleganz, Andeutung und moralische Ambivalenz. Jean Giraudoux, 1882 geboren, war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Diplomat, Weltkriegsteilnehmer und genauer Beobachter politischer wie gesellschaftlicher Rituale. Diese Erfahrungen prägen Eglantine spürbar: Hinter der scheinbar leichten Prosa stehen ein geschulter Blick für Konventionen, Machtgesten und nationale Selbstbilder sowie ein Misstrauen gegenüber eindeutigen Wahrheiten. Giraudoux' spätere Theaterkunst kündigt sich bereits in der dialogischen Beweglichkeit und der präzisen Inszenierung sozialer Masken an. Empfohlen sei Eglantine Leserinnen und Lesern, die französische Literatur jenseits bloßer Handlungsspannung schätzen: als kunstvolle Studie über Identität, Sprache und zivilisierte Täuschung. Wer Prousts Sensibilität, Valérys Intellektualität oder die elegante Ironie der Zwischenkriegsprosa sucht, findet hier ein leises, anspruchsvolles und dauerhaft anregendes Werk.
* Affiliate-Link — kein Mehrpreis für dich.
Sortiert nach Gesamtpreis inkl. Versand, sofern verfügbar.
Weitere Werke desselben Verfassers.
Bester Preis · bücher.de
7,60 €
Maße: 0.4 x16.0 x22.0 cm
Werke aus verwandten Genres.