
von Hugo Ball
Hugo Balls Roman "Flametti oder Vom Dandysmus der Armen" entfaltet das Milieu einer wandernden Varieté- und Artistenwelt, deren Glanz stets von ökonomischer Unsicherheit, Betrug, Begehren und sozialer Maskerade bedroht ist. Im Zentrum steht Flametti, ein Impresario kleiner Bühnen, dessen Selbstinszenierung zwischen Eleganz, Groteske und Verzweiflung schwankt. Der Text verbindet satirische Milieustudie, theatralische Dialogführung und frühe avantgardistische Verfahren; er steht an der Schwelle zwischen naturalistischer Beobachtung, expressionistischer Überzeichnung und der späteren dadaistischen Zertrümmerung bürgerlicher Formen. Ball, 1886 in Pirmasens geboren, war Philosoph, Dramaturg, Kabarettist und Mitbegründer des Zürcher Cabaret Voltaire. Seine Erfahrungen mit Bühne, Varieté, Exil und Kriegsmüdigkeit prägen diesen Roman unverkennbar. Die Nähe zu Schauspielern, Tingeltangel, literarischer Bohème und politischer Desillusionierung lieferte ihm nicht nur Stoff, sondern auch eine Poetik der Masken: Identität erscheint als Rolle, Sprache als Auftritt, Gesellschaft als schlecht beleuchtete Bühne. Empfohlen sei "Flametti" Lesern, die die Vorgeschichte des Dadaismus nicht abstrakt, sondern erzählerisch erfahren möchten. Das Buch ist zugleich komisch, scharf beobachtet und sozial hellsichtig; es zeigt, wie Armut ihren eigenen Dandysmus erfindet und wie Kunst aus prekärer Existenz entsteht.
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Maße: 0.5 x16.0 x22.0 cm
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