
von Claudia Lanfranconi, Sabine Frank, Claudia Lanfranconi u. a.
War der Garten in erster Linie jenes Stück Erde, auf dem sich Essbares kultivieren ließ, so ist er seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Ort, in den selbst vornehme Damen ihre Hände graben, um sie glücklich und mit schwarzen Fingernägeln wieder herauszuziehen. Doch bevor selbst gepflanzt und umgetopft werden darf, lassen feine Prinzessinnen oder fernöstliche Kaiserinnen nach ihren Vorstellungen Gärten anlegen, die auf herrschaftliche und unverwechselbare Weise ihre Handschrift tragen. Mit dem unaufhaltsamen Freiheitsdrang der Frauen im 19. Jahrhundert kann die Sehnsucht nach Schaufel und Harke nicht länger unterdrückt werden und die grünen Daumen feiner Damen wühlen sich tief in die Erde. Auch Schriftstellerinnen wie Vita Sackville-West, Elizabeth von Arnim, Colette und viele andere befällt diese Leidenschaft, für die sie Worte finden, die so unsterblich werden wie einige ihrer Gärten.
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