
von Felix Falkenhayn
Vom pietistischen Haushalt des 18. Jahrhunderts bis zur reformpädagogischen Bewegung der Weimarer Republik: Dieses Buch zeichnet nach, wie deutsche Familien und Institutionen das Kind formten—nicht durch Zuneigung allein, sondern durch Gehorsam, Arbeit und eine tief verwurzelte Pflicht zur Ordnung. Es untersucht die häuslichen Erziehungsratgeber, die den Willen des Kindes als etwas zu Brechendes beschrieben, die Schultagebücher, die Versäumnisse mit körperlicher Züchtigung belegten, und die ersten Stimmen, die eine Kindheit ohne Angst forderten. Der Bogen spannt sich von den pädagogischen Schriften Basedows und Pestalozzis über die preußische Schulpflicht bis zu den Reformschulen der Zwanzigerjahre, die das Kind endlich als eigenständiges Wesen begriffen. Doch der Bruch kam mit dem Nationalsozialismus, der Erziehung erneut zur Unterwerfung umbaute. Das Buch endet mit der Frage, wie diese deutsche Geschichte der Erziehung bis heute in Familien und Klassenzimmern nachwirkt.
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