
von Gotthard Ludwig Kosegarten, Hedwig Lachmann u. a.
Richard von Schaukals "Gesammelte Gedichte" versammeln ein lyrisches Werk, das im Spannungsfeld von Wiener Fin de Siècle, Symbolismus und neuromantischer Formstrenge steht. Seine Verse verbinden kunstvolle Musikalität, präzise Bildführung und eine oft aristokratisch gedämpfte Melancholie. Wiederkehrende Motive sind Schönheit und Vergänglichkeit, Einsamkeit, Erinnerung, Naturstimmung und die fragile Würde des Ichs in einer sich beschleunigenden Moderne. Schaukal, 1874 in Brünn geboren und später als Jurist und hoher Verwaltungsbeamter tätig, schrieb aus der Perspektive eines gebildeten Beobachters der untergehenden Habsburger Welt. Seine Nähe zu den ästhetischen Debatten um 1900, sein Sinn für gesellschaftliche Formen und seine Skepsis gegenüber nüchterner Zweckrationalität prägten eine Dichtung, die Innerlichkeit nicht als Rückzug, sondern als geistige Haltung versteht. Diese Sammlung empfiehlt sich Lesern, die die deutschsprachige Lyrik der Jahrhundertwende jenseits der kanonischen Namen erkunden möchten. Sie bietet keine lauten Bekenntnisse, sondern konzentrierte Sprachkunst von kühler Eleganz und feiner seelischer Resonanz. Wer Hofmannsthal, George oder Rilke schätzt, wird in Schaukal eine eigenständige, disziplinierte und kulturhistorisch aufschlussreiche Stimme entdecken.
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Maße: 22.9 x15.2 x0.7 cm
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