
von Elias Vagra
Hundert Tage haben sie überlebt. Jetzt wollen sie mehr als das.Mia, Tomás, Jana, Emil und Chiara, die Jüngste, wohnen zu fünft im Kesseltal unter dem Wasserfall. Mia schmilzt das erste Eisen auf Veyra und holt sich dabei eine zweite Narbe an der linken Hand. Die fünf graben einen Brunnen, viereinhalb Meter tief, bis kaltes, klares Wasser kommt. Auf dem Feld wächst die erste Tomate von der Erde.Dann rollt ein Steppenbrand ins Tal. An einer Linie aus blauem Moos geht das Feuer aus. Das westliche Tal brennt, das östliche bleibt verschont, und Jana ahnt, dass auf diesem Planeten mehr lebt, als sie sehen.Als im Herbst violette Sporen aus dem Glimmwald steigen, wird Tomás schwer krank. Die letzten Antibiotika helfen nicht. In der längsten Nacht des Herbstes legt sich Funke auf seine Brust, Emil summt sein Lied, und neben dem Bett wächst Moos.Danach zieht Tomás Kupferdraht, und Mia giesst Glas, bis Jana mit einer grünen Linse wieder einzelne Blätter erkennt. Ein Windrad auf den Singenden Klippen liefert den ersten Strom. Und eine Kompassnadel zeigt etwas Unglaubliches: Durch das Moos fliesst ein schwacher Strom, im Takt eines Herzschlags.Mit dem Schnee kommt die Lichtnacht. Hundertvier Kerzen brennen, das ganze Tal leuchtet im Takt von Babičkas Lied, und die Wandler brummen mit.Doch draussen im Schnee kreisen sieben Schattenrücken um die Palisade.Fünf Menschen. Ein Tal, das zurückleuchtet. Und ein Winter, der gerade erst beginnt.
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Maße: x14.8 x21.0 cm
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