
von Else Ury
Goldblondchen entfaltet die Geschichte eines Mädchens, dessen äußere Anmut - das titelgebende goldene Haar - nur der Ausgangspunkt einer behutsamen Charakter- und Bewährungszeichnung ist. In klarer, dialognaher Prosa verbindet Else Ury häusliche Szenen, kindliche Missverständnisse und moralische Entscheidungen zu einem typischen Mädchen- und Familienbuch der wilhelminischen Zeit. Der Stil ist zugänglich, warmherzig und zugleich erzieherisch; im literarischen Kontext steht das Werk zwischen bürgerlicher Kinderliteratur, Tugenderzählung und früher psychologischer Beobachtung kindlicher Eigenwilligkeit. Else Ury, 1877 in Berlin geboren, schrieb aus genauer Kenntnis des großstädtischen Bildungsbürgertums und der zeitgenössischen Vorstellungen von Familie, Schule und weiblicher Sozialisation. Ihre jüdische Herkunft, ihr Leben in einer assimilierten deutschen Umgebung und ihre besondere Aufmerksamkeit für Mädchenfiguren prägen auch dieses Buch. Ury wurde 1943 in Auschwitz ermordet; ihr Werk bewahrt dennoch eine Stimme, die kindliche Empfindungen ernst nimmt. Empfohlen sei Goldblondchen allen Leserinnen und Lesern, die historische Kinderliteratur nicht nur nostalgisch, sondern als Dokument ihrer Epoche verstehen möchten. Das Buch bietet Wärme, erzählerische Ökonomie und kulturgeschichtliche Einsicht - eine lohnende Lektüre für Jugendliche, Erwachsene und Forschende gleichermaßen.
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Maße: 0.5 x16.0 x22.0 cm
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