
von Edgar Wallace, Marc Freund
Großfuß entfaltet einen typischen Wallace-Kosmos aus Verbrechen, falschen Identitäten und bedrohlicher Urbanität: Hinter dem sprechenden Titel verbirgt sich weniger ein bloßes Kuriosum als ein kriminalistisches Zeichen, das Angst, Spurensuche und Täuschung bündelt. Der Roman arbeitet mit raschen Szenenwechseln, pointierten Dialogen und einer Ökonomie der Spannung, die aus der Tradition des englischen Sensations- und Feuilletonromans hervorgeht. Im literarischen Kontext der Zwischenkriegszeit verbindet Wallace detektivische Rationalität mit melodramatischer Zuspitzung und sozialer Beobachtung. Edgar Wallace (1875-1932), Journalist, Kriegsberichterstatter und einer der produktivsten Kriminalschriftsteller seiner Epoche, schrieb aus genauer Kenntnis von Presse, Polizei, Gerichten und populären Lesegewohnheiten. Seine Erfahrungen in Redaktionen und seine Nähe zu zeitgenössischen Kriminalfällen prägten jene schnelle, dokumentarisch anmutende Erzählweise, die auch Großfuß bestimmt. Wallace interessierte sich besonders für die Schnittstelle von bürgerlicher Ordnung und organisierter Unterwelt. Empfohlen sei Großfuß allen Leserinnen und Lesern, die den klassischen Spannungskrimi nicht nur als Rätsel, sondern als kulturgeschichtliches Dokument lesen möchten. Der Roman bietet präzise Unterhaltung, atmosphärische Dichte und ein Lehrstück darüber, wie moderne Angst in populäre Erzählformen übersetzt wird.
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