
von Julius Stinde
In Hôtel Buchholz entfaltet Julius Stinde eine fein beobachtete Gesellschaftskomödie aus dem Umkreis seiner berühmten Buchholz-Familie. Im Mittelpunkt steht die selbstbewusste, redselige und urteilssichere Wilhelmine Buchholz, deren Blick auf Reise-, Hotel- und Familienleben die bürgerliche Welt des späten 19. Jahrhunderts zugleich bestätigt und entlarvt. Stindes Stil verbindet humoristische Erzählprosa, Berliner Sprachfärbung und satirische Milieustudie; das scheinbar Alltägliche wird zum präzisen Dokument gründerzeitlicher Mentalitäten. Julius Stinde, 1841 geboren und naturwissenschaftlich ausgebildet, wandte sich früh Journalismus, Theater und erzählender Prosa zu. Seine Kenntnisse städtischer Lebensformen, seine Nähe zur Berliner Pressewelt und sein Sinn für soziale Masken prägten die Buchholz-Romane entscheidend. Er schrieb nicht von außen über das Bürgertum, sondern ließ dessen eigene Sprache, Vorurteile und Sehnsüchte sprechen. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die literarischen Witz mit kulturhistorischer Genauigkeit verbinden möchten. Hôtel Buchholz ist mehr als leichte Unterhaltung: Es ist eine kluge, vergnügliche Analyse bürgerlicher Selbstinszenierung und ein lebendiges Zeugnis deutscher Erzählkunst zwischen Realismus, Satire und populärer Familienchronik.
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Maße: 22.9 x15.2 x0.9 cm
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