
Im Banne des schwarzen Adlers entfaltet ein historisches Panorama im Zeichen des schwarzen Adlers, des preußisch-deutschen Macht- und Staatssymbols. Gottschall verbindet politische Intrige, private Loyalitätskonflikte und die Frage nach individueller Freiheit unter geschichtlichem Zwang. Sein Stil ist der des gebildeten historischen Romans des 19. Jahrhunderts: rhetorisch sicher, dialogreich, von kulturhistorischer Reflexion getragen und zugleich auf dramatische Zuspitzung bedacht. Im literarischen Kontext steht das Buch zwischen romantisch nachwirkender Geschichtserzählung und realistisch geschärftem Interesse an Institutionen, Nation und Charakterbildung. Rudolf von Gottschall (1823-1909) war Dichter, Dramatiker, Erzähler und einflussreicher Literaturkritiker; seine Laufbahn führte ihn durch die ästhetischen und politischen Debatten des Vormärz, der Reichsgründungszeit und des späten Kaiserreichs. Diese Erfahrung eines Jahrhunderts, in dem deutsche Einheit, Liberalismus und Staatsmacht neu verhandelt wurden, erklärt seine Neigung, historische Stoffe als Prüfstein gegenwärtiger Fragen zu behandeln. Empfohlen sei der Roman Lesern, die historische Fiktion nicht nur als Kostümstück, sondern als Denkraum schätzen. Wer die Verflechtung von Macht, Moral und nationaler Symbolik verstehen möchte, findet hier ein charakteristisches, geistreich komponiertes Werk.
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Maße: 1.6 x15.2 x22.9 cm
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