
von Johannes Proelss
Johannes Proelß' In der Schutzhütte ist als Novellenkranz angelegt: Eine gemeinsame Situation, der Aufenthalt in einer Schutzstätte, bündelt einzelne Erzählungen zu einem reflektierten Ganzen. Das Buch verbindet novellistische Konzentration mit geselligem Erzählen, atmosphärischer Beobachtung und moralisch-psychologischer Pointe. Im literarischen Kontext des späten 19. Jahrhunderts steht es zwischen realistischer Milieuschilderung, bürgerlicher Gesprächskultur und jener Rahmenkunst, die Zufall, Erinnerung und Deutung ineinander verschränkt. Proelß, als Schriftsteller, Publizist und Literaturhistoriker geschult, bringt in diese Form offenbar die Erfahrung eines Autors ein, der Literatur nicht nur erfindet, sondern auch ordnet und kommentiert. Seine Nähe zu Presse, Theater und zeitgenössischer Literaturkritik dürfte den Blick für soziale Gesten, erzählerische Wirkung und kulturgeschichtliche Resonanzen geschärft haben. Der geschützte Raum der Hütte wird so zum Labor der Wahrnehmung, in dem Menschen ihre Geschichten preisgeben. Empfohlen sei dieser Band Leserinnen und Lesern, die an kunstvoll gerahmter Kurzprosa, an deutscher Erzähltradition und an der feinen Vermittlung zwischen Unterhaltung und Erkenntnis interessiert sind. Das Buch belohnt nicht durch laute Effekte, sondern durch genaue Komposition, diskrete Ironie und eine menschliche Neugier, die jede einzelne Novelle als Teil eines größeren geistigen Gesprächs lesbar macht.
Sortiert nach Gesamtpreis inkl. Versand, sofern verfügbar.
Weitere Werke desselben Verfassers.
Bester Preis · bücher.de
7,30 €
Maße: 0.4 x16.0 x22.0 cm
* Affiliate-Link — kein Mehrpreis für dich.
Werke aus verwandten Genres.