
"Irische Schaubühne" entfaltet William Butler Yeats' Idee eines modernen nationalen Theaters, das nicht folkloristische Dekoration, sondern geistige Formgebung Irlands sein will. In lyrisch verdichteter, symbolistischer Prosa und dramatischer Reflexion verbindet der Band keltische Sage, bäuerliche Redeweisen und rituelle Bühnenwirkung. Im Kontext der Irish Literary Revival und der Entstehung des Abbey Theatre erscheint das Buch als ästhetisches Manifest gegen kommerzielles Unterhaltungstheater und kolonial geprägte Selbstbilder. Yeats, 1865 in Dublin geboren und zwischen Irland und London gebildet, suchte zeitlebens nach einer Sprache, in der Mythos, Politik und individuelle Vision zusammenfinden. Seine Beschäftigung mit Okkultismus, Volksüberlieferung und nationalistischer Kulturbewegung, ebenso seine Zusammenarbeit mit Lady Gregory und anderen Theaterreformern, prägten den Wunsch, einer zerrissenen Nation eine poetische Bühne zu geben. Der spätere Nobelpreisträger schrieb hier aus unmittelbarer kultureller Dringlichkeit. Empfohlen sei dieses Werk Leserinnen und Lesern, die Yeats nicht nur als Lyriker, sondern als Theoretiker und Erneuerer des Theaters begreifen möchten. Es eröffnet einen präzisen Zugang zu den ästhetischen Voraussetzungen moderner irischer Literatur und zeigt, wie Bühne zur Schule historischer Erinnerung, politischer Selbstprüfung und imaginativer Freiheit werden kann.
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Maße: 0.9 x15.2 x22.9 cm
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