
von Willibald Alexis
In "Isegrimm" verdichtet Willibald Alexis historische Erzählkunst, psychologische Beobachtung und gesellschaftliche Kritik zu einer Prosa, die zwischen romantischer Spannung und frührealistischer Genauigkeit steht. Der Titel ruft die Figur des Wolfes auf: ein Sinnbild für Härte, Instinkt, Außenseitertum und die Gefährdung bürgerlicher Ordnung. Alexis entfaltet daraus keine bloße Abenteuerhandlung, sondern eine Studie über Macht, Misstrauen, Ehre und die dunklen Triebkräfte historischer Gemeinschaften. Sein Stil verbindet anschauliche Milieuschilderung, ironische Distanz und erzählerische Ökonomie; literarisch gehört das Werk in den Kontext des deutschen historischen Erzählens nach Walter Scott. Willibald Alexis, eigentlich Georg Wilhelm Heinrich Häring, gilt als einer der Begründer des realistischen historischen Romans in Deutschland. Der in Berlin geprägte Jurist, Journalist und Schriftsteller kannte Verwaltung, Öffentlichkeit und politische Konflikte aus eigener Erfahrung. Seine intensive Beschäftigung mit preußischer Geschichte, sozialen Umbrüchen und den Ambivalenzen staatlicher Ordnung erklärt die Schärfe, mit der er individuelle Schicksale in größere geschichtliche Zusammenhänge stellt. "Isegrimm" empfiehlt sich Lesern, die historische Literatur nicht als Kostümspiel, sondern als Analyse menschlicher und gesellschaftlicher Kräfte verstehen. Das Buch bietet dichte Atmosphäre, geistige Präzision und eine erzählerische Spannung, die Alexis' Rang innerhalb der deutschen Literatur eindrucksvoll bestätigt.
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Maße: 2.0 x15.2 x22.9 cm
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