
von Olaf Kühne
„Ist das Landschaft oder kann das weg?“ Diese scheinbar beiläufige bis flapsige Frage führt zu zentralen Fragen gegenwärtiger Landschaftsforschung. Denn Landschaft ist kein stabiler, objektiv gegebener Gegenstand. Sie entsteht im Zusammenspiel sozial geteilter Vokabulare, medialer Darstellungen und leiblicher Erfahrungen der materiellen Welt. Epistemische Produktivität beginnt dort, wo unklar wird, ob und unter welchen Bedingungen ‚etwas‘ noch als Landschaft gelten kann – oder schon nicht mehr. In diesem Buch entwickelt Olaf Kühne mit dem Begriff des Pillepallesaums eine neopragmatistische Heuristik für solche Grenzbereiche. Der Begriff bezeichnet Übergänge, in denen scheinbar nebensächliche, randständige oder irritierende Phänomene, Begriffe, Metaphern und Darstellungen etablierte Landschaftsvokabulare herausfordern. Ziel ist nicht beliebige Begriffsausweitung, sondern die Frage, wann neue Beschreibungen landschaftliche Komplexität tatsächlich bearbeitbar machen. Ausgehend von Rorty, Davidson und Putnam sowie einer okkasionellen Redeskription der Drei-Welten-Theorie Poppers untersucht das Buch Landschaft als kontingente Form der Weltzuwendung. Modellbahnlandschaften, inverse Landschaften, Theorielandschaften, Oilscapes von Baton Rouge und KI-generierte Bilder zeigen, wie landschaftliche Begriffsarbeit zwischen Innovation, Erprobung sowie Begriffs- und Darstellungsverantwortung erfolgen kann.
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Maße: 24.0 x16.8 cm
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