
von Roland Kümin
Unsere Macht ist global. Unser Wir ist lokal. Wir können das Klima des Planeten verändern, die Gattung mit einem Befehl auslöschen, Kapital in Sekunden um die Erde schicken und Maschinen bauen, deren Folgen an keiner Grenze haltmachen. Unser Gefühl der Zugehörigkeit aber ist in Ithaka geblieben, im überschaubaren Kreis von Familie, Ort und Nation. Roland Kümin liest die Odyssee als Spiegel unserer Zeit und entwickelt daraus ein einfaches Gesetz: Macht und Eigentum lassen sich bauen, ein Wir aber muss wachsen. Darum laufen die Reichweiten auseinander. Das Buch verfolgt diese Lücke durch die Geschichte, von der Schrift und den ersten Imperien über das Schiesspulver, den Westfälischen Frieden und die Erfindung der Nation bis zur Atombombe und zum Geld ohne Ort. Es zeigt, warum Klima, Atomwaffen und künstliche Intelligenz drei Gestalten derselben Krise sind, und fragt, welche Ordnung trägt, wenn Souveränität der Konsequenz folgen muss. Zum Schluss legt sich das Buch fest: Ein Annex prüft das Gesetz an den Vereinigten Staaten der Jahre 2026 bis 2046 und sagt im Voraus, welche Beobachtung es widerlegen würde. Ein Essay für alle, die verstehen wollen, warum unsere Welt gleichzeitig zusammenwächst und auseinanderfällt, und was nachwachsen muss, damit sie hält.
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