
Mehr als 25 Jahre lang wirkte Joseph Erdweg aus der Gesellschaft des Göttlichen Wortes an verschiedenen Orten auf der Insel Neuguinea als Missionar. Er gehörte zur ersten kleinen Gruppe von Missionaren, die 1896 vom Stifter der SVD, Arnold Janssen, persönlich für diesen Dienst ausgewählt wurde. Durch verschiedene Umstände hatte Erdweg zeitweise in Neuguinea Leitungsfunktionen inne, auch über das Ende der deutschen Kolonialherrschaft hinaus. Seine besondere Begabung zum Erlernen verschiedener indigener Sprachen half ihm sehr bei der Christianisierung der lokalen Bevölkerung. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Mission der Bewohner der Insel Tumleo, wo die Missionsarbeit der Steyler 1896 ihren Ursprung nahm. Ungeachtet seiner schweren Erkrankungen verfasste er über seine Arbeit vor Ort zahlreiche Beiträge für Missionszeitschriften in der Heimat. Erdweg starb vor gut 100 Jahren am 15. Dezember 1925 in Rabaul. Das vorliegende Buch möchte über den Lebensweg und die Stationen Erdwegs informieren und zugleich sein missionarisches Wirken in Neuguinea kontextualisieren. Um über seine Biographie hinaus auch eine Auseinandersetzung mit seinem Selbstverständnis als Missionar sowie seinen ethnographischen, linguistischen und volkskundlichen Forschungen zu ermöglichen, werden in diesem Band zudem alle seine Publikationen erneut abgedruckt. Der Wiederabdruck ermöglicht einen exemplarischen Einblick in die Frage, wie die Missionare ihre Erlebnisse in dem fremden Land, ihre Sicht auf die indigene Bevölkerung und ihre Kulturen sowie ihr missionarisches Selbstverständnis reflektierten, literarisch verarbeiteten und für das heimische, meist deutschsprachige Publikum aufbereiteten.
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